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Deutschland

Bundesrepublik Deutschland

Hauptstadt
Berlin
 
Fläche
357.027 km²
 
Bevölkerung
82.716.000
 
pro km²
232 Einwohner
 
BIP/Einwohner
US-$
 

Datum & Zeit
19.02.2020
09:15
 
 
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Geschichte

1305 war die erste urkundliche Erwähnung von Apfeldorf.
In bisherigen Veröffentlichungen, beispielsweise im Landsberger Kreisheimatbuch, ist zu lesen, dass der Name des Dorfes Apfeldorf erstmals 1313 in einer Augsburger Urkunde auftaucht. Durch die Recherchen des Arbeitskreises Ortsgeschichte, der mit der Dorfentwicklung in Apfeldorf im Jahr 2001 gegründet wurde und als Bestandteil der Teilnehmergemeinschaft aktiv ist, entdeckte man eine frühere Urkunde aus dem Apfeldorfer Pfarrarchiv. Dort wird eine zweibändige Handschrift aufbewahrt, die Mitte des 18. Jahrhunderts von Franz Töpsl, dem Propst des Augustiner-Chorherrenstifts in Polling, geschrieben wurde. Was hat Apfeldorf mit Polling zu tun? Die Antwort findet sich bereits in der ersten Urkunde, die Töpsl in ihrer ganzen Länge zitiert. Sie stammt aus dem Jahre 1305 und schildert, wie das Kloster Polling in den Besitz der Pfarrei Apfeldorf gekommen ist. Eine Abschrift dieser Urkunde befindet sich auch im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München.

Dieser Kauf- und Schenkungsbrief besagt, dass ein Hainricus des Ennis und seine Frau Elisabeth de Wilhain dem Kloster Polling ihre Rechte an der Pfarrei Apfeldorf zum Teil verkauft und zum Teil verschenkt haben. Heinrich von Enn und Elisabeth von Weilheim waren also die Kirchenherren in Apfeldorf, was auch aussagt, dass die Geschichte Apfeldorfs nicht erst mit der Ersterwähnung beginnt. Das Rechtsgeschäft wurde am 12. März 1305 im Kloster Wessobrunn besiegelt. Unter den Zeugen, die es bestätigt haben, befindet sich auch ein Dominus Hainricus Rector Ecclesiae in Apheldorf (Herr Heinrich, Vorsteher der Kirche in Apfeldorf). Pfarrer Heinrich ist demnach der erste Pollinger Klosterpfarrer in Apfeldorf. Die enge Verbindung der Apfeldorfer Pfarrgemeinde zum Kloster Polling hatte bis zur Säkularisation im Jahre 1803 Bestand.

Untrennbar mit der Geschichte Apfeldorfs ist auch das alte Pflegegericht Rauhenlechsberg verbunden, von dem es in alten Schriften heißt, dass es ein uraltes Schloss und Gericht sei. Auf einem rauen Berg nebst dem Lechfluss gelegen, gab man ihm diesen klangvollen Namen. Das Pflegegericht umfasste die Dorfschaften Apfeldorf, Birkland, Kinsau, Peißenberg, Reichling, Stadl und Mundraching. Rauhenlechsberg ist auch dadurch bekannt geworden, dass hier der bekannte Jägerwirt von München, einer der Anführer des bayerischen Volksaufstandes von 1705, gefangen genommen wurde. Mit der Säkularisation erfolgte die Einverleibung des Pflegegerichts in das Landgericht Schongau.

Die restliche Geschichte von Apfeldorf liest sich wie in vielen Dörfern des Lechrains. Kriege, Pest und Hagelschlag vernichteten immer wieder den kargen Lebensunterhalt. Die Gewerbestruktur war noch bis 1900 von der Flößerei auf dem Lech und der Landwirtschaft bestimmt. Die Apfeldorfer Flößer brachten ihre Holz- und Warentransporte bis Wien und Budapest.

Heute ist Apfeldorf eine selbständige Gemeinde mit gut 1000 Einwohnern, die sich durch die reizvolle Lage am Lech und eine gut funktionierende Dorfgemeinschaft ihren ländlichen Charakter erhalten hat. In Zusammenarbeit mit der Direktion für ländliche Entwicklung ist man derzeit bemüht, diese dörflichen Strukturen zu erhalten und nach dem Leitspruch „Übern Lech dahoa“ auch für die Zukunft lebens- und liebenswert zu machen. Die 700-Jahrfeier übertraf mit gut 5.000 Besuchern alle Erwartungen.

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