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Schweiz

Hauptstadt
Bern
 
Fläche
41.285 km²
 
Bevölkerung
7.264.000
 
pro km²
176 Einwohner
 
BIP/Einwohner
US-$
 

Datum & Zeit
08.12.2019
20:36
 
 
+
»
 

Sehenswürdigkeiten

Das historische Städtchen Gruyères hat bis heute sein mittelalterliches Ortsbild bewahrt. Es liegt auf einem Hügel, der sich rund 100 m über der Ebene der Saane erhebt. Auf dem höchsten Punkt des Hügels befindet sich das Schloss, westlich schliesst sich das Städtchen an, das einen Grundriss von ungefähr 300 m × 100 m besitzt. Noch heute ist ein grosser Teil der ehemaligen Umfassungsmauern erhalten. Die Befestigungswerke in ihrer jetzigen Form wurden im 15. Jahrhundert errichtet; im Süden steht der viereckige Turm Chupia-Bârba (im Kern auf das 12. Jahrhundert zurückgehend), im Nordosten der Torzwinger Le Belluard aus dem 15. Jahrhundert.

Das alte Grafenschloss überragt eindrücklich die mittelalterliche Kleinstadt. Obwohl die Grafen von Greyerz zu den bedeutendsten Fürstengeschlechtern der Westschweiz gehören, sind ihre Wurzeln nur ungenau bekannt. Vom 11. bis ins 16. Jh. sind 19 Grafen bezeugt. Michael, der letzte Graf von Greyerz, geriet in finanzielle Schwierigkeiten und ging 1554 bankrott. Seine Gläubiger, die Städte Freiburg und Bern, teilten seine Grafschaft unter sich auf. Das Schloss wurde von 1555 bis 1798 Sitz der Freiburger Landvögte, dann Residenz der Präfekten bis 1848. 1849 wurde es von der Genfer Familie Bovy gekauft und ging später an die Familie Balland über. Diese Eigentümer benutzten es als Sommersitz und restaurierten es zusammen mit ihren Künstlerfreunden. 1938 kaufte es der Staat Freiburg zurück und richtete darin ein Museum ein. Seit 1993 kümmert sich eine Stiftung um die Erhaltung der Gebäude und die Präsentation der Sammlung.

Der Besuch des Schlosses bietet einen Überblick über acht Jahrhunderte Architektur, Geschichte und Kultur. Die heutige Anlage geht auf die Jahre 1270–1280 zurück. Der quadratische Grundriss entspricht einem in Savoyen oft verwendeten Konstruktionsprinzip. Ende des 15. Jh. begann eine zweite Phase der Bautätigkeit. Graf Ludwig hatte 1476 auf eidgenössischer Seite an den Burgunderkriegen teilgenommen. Dieser militärische Ruhm sollte sich in der Architektur widerspiegeln: der Äussere Hof mit der Kapelle wurde umgestaltet, der oktogonale Treppenturm im Innenhof errichtet und der Wohntrakt umgebaut. Das Schloss verlor seinen Festungscharakter und wurde zur herrschaftlichen Residenz. Aus der Zeit der Landvögte stammen die barocken Interieurs des 17. und 18. Jahrhunderts. Ab 1850 schufen Camille Corot, Barthélemy Menn und andere bekannte Maler spätromantische und historistische Malereien (Rittersaal, Corot-Saal u.s.w.). Wechselausstellungen und verschiedene kulturelle Aktivitäten spannen den Bogen zum 21. Jh.

Am Südhang unterhalb des Schlosses, etwas abgesetzt vom Städtchen, steht die Pfarrkirche Saint-Théodule, die Mitte des 13. Jahrhunderts gegründet wurde. Ihre heutige Gestalt erhielt die Kirche um 1860, als sie nach einem Brand wiederaufgebaut wurde. Nur der Frontturm von 1680 und der Chor von 1732 sind älter.

Die Marktgasse, die einzige Strasse des Städtchens, wird von zwei beeindruckenden Häuserzeilen aus dem 15. bis 17. Jahrhundert gesäumt. Darunter befindet sich die Maison de Chalamala von 1531, welche den Namen eines bekannten Hofnarren des 14. Jahrhunderts trägt. Inmitten des Städtchens steht der Calvaire (Kalvarienberg) von 1705.

Ausserhalb der Stadt befinden sich mehrere Kapellen, darunter die Chapelle du Berceau (1612; im Jahr 1939 wieder instandgestellt) am Westhang des Hügels von Gruyères, die Chapelle Sainte-Agathe (1811) und die Chapelle Sainte-Agathe-et-Sainte-Barbe (1823) in Pringy sowie die Chapelle Sainte-Anne (1740) in Epagny.

Über dem Tal der Trême steht das ehemalige Kartäuserkloster La Part-Dieu, das 1307 gegründet wurde. Es war eng mit dem Kloster La Valsainte verbunden und nahm dessen Mönche auf, als Valsainte 1778 aufgehoben wurde. La Part-Dieu wurde 1798 von den Franzosen besetzt. Im Jahr 1800 wurde das Kloster Opfer eines Grossbrandes und danach bis 1805 wieder aufgebaut. Die Kartause wurde 1848 aufgehoben, worauf die Mönche wieder nach Valsainte übersiedelten und dieses Kloster erneut zum Leben erweckten. Heute sind die Kirche und ein Teil der Konventsgebäude erhalten, der Kreuzgang mit den Kartausen existiert jedoch nicht mehr.

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