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Deutschland

Bundesrepublik Deutschland

Hauptstadt
Berlin
 
Fläche
357.027 km²
 
Bevölkerung
82.716.000
 
pro km²
232 Einwohner
 
BIP/Einwohner
US-$
 

Datum & Zeit
27.05.2024
04:57
 
 
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»
 

Geschichte

Der Herrnhaag wurde im Jahre 1738 durch den Reichsgrafen von Zinzendorf gegründet, der hier mit seiner Herrnhuter Brüdergemeine, einer lutherisch-pietistischen Glaubensgemeinschaft, Zuflucht fand. Nach der Verbannung aus Sachsen 1736 fanden die Glaubensflüchtlinge zunächst Unterschlupf auf der Ronneburg. Als der Platz dort nach zwei Jahren zu knapp wurde, zogen die Brüder auf Einladung des Grafen Ernst Casimir von Ysenburg-Büdingen auf den in Sichtweite befindlichen Herrnhaag.

Die Konzeption der Gebäude und der Siedlung folgten dem Plan, das „Leben“ einer Lebens- und Dienstgemeinschaft zu verwirklichen, in dem Standesunterschiede weitestgehend aufgehoben waren. Die Menschen lebten und arbeiteten gemäß ihrer Lebenssituation, z.B. ledig oder verwitwet, in sog. Chorhäusern zusammen. Daneben gab es aber auch Familienhäuser.

Als Graf Gustav Friedrich von Ysenburg-Büdingen, der Sohn und Nachfolger von Graf Ernst Casimir, von den Glaubensbrüdern einen Untertaneneid einforderte, um die wirtschaftlich und missionarisch erfolgreiche Gemeinde an die Grafschaft Büdingen zu binden, verweigerte sich die Brüdergemeinde. Der Graf verfügte daraufhin in einem Emigrationsedikt vom 12. Februar 1750 die Auflösung und setzte eine Frist von drei Jahren. Die damals 18 Häuser und rund 1000 Menschen umfassende Gemeinschaft wurde deshalb schon 1753 wieder aufgelöst.

Der Herrnhaag war Ausbildungs- und Ausgangsort für weitere protestantische Missionen der Brüdergemeine in verschiedenen Teilen Afrikas, Grönlands und Nordamerikas. Nach der politisch erzwungenen Aufgabe des Herrnhaags zerstreuten sich die Bewohner in die Welt und gründeten unter anderem Missionen in Nord-, Mittel- und Südamerika, in Europa sowie im Norden Indiens.

Seitdem diente die Siedlung unter anderem als
 • Sommersitz der Grafen zu Ysenburg-Büdingen
ʥ Lager der Truppen Napol̩ons
 • Quartier des Reichsarbeitsdienstes - Das geschlossene Lager wurde im Spätherbst 1932 im „Grafenhaus“ für den freiwilligen Arbeitsdienst eingerichtet. Etwa 150 Personen im Alter von 18-25 Jahren hielten sich dort unter militärischer Disziplin auf. Die Arbeitspflichtigen wurden beim Straßenbau in Diebach a. H., Hain-Gründau und Mittelgründau eingesetzt.
 • Gefangenlager während der Zeit des Nationalsozialismus

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