Flagge von Österreich

Österreich

Hauptstadt
Wien
 
Fläche
83.859 km²
 
Bevölkerung
8.205.000
 
pro km²
98 Einwohner
 
BIP/Einwohner
US-$
 

Datum & Zeit
27.01.2021
11:38
 
 
+
»
 

Lauriacum

Lauriacum ist eine römische Siedlung im Bereich von Lorch (heute ein Stadtteil von Enns, Oberösterreich), die in vielen antiken Quellen erwähnt wird (z. B. Itinerarium Antonini, Codex Theodosianus, Codex Justinianus, Passio Floriani, Martyrologium Hieronymianum, Vita Severini).

Im Itinerarium Antonini ist der Straßenverlauf der römischen Militärstraße von Aquileia an die Donau / Lauriacum beschrieben. Diese nach der Tochter des Augustus benannte Via Iulia Augusta führte von Aquileia über den Plöckenpass ins Drautal wo bei Teurnia bzw Seeboden eine Straße nach Salzburg abzweigte und die Ostalpen im kürzesten Weg überquerte. Der Hauptstraßenverlauf führte über Treffen bei Villach (Santicum) nach Feldkirchen i.K. und über Karnburg nach Virunum. Von der Provinzhauptstadt Virunum nach Lauriacum verlief die Straße laut den Entfernungsangaben durch das Görtschitztal, mit einer Straßenstation in Wieting (Candalicas).
Die Tabula Peutingeriana, in ihr sind die jüngeren Straßenverläufe festgehalten, zeigt die bedeutend kürzere Route durch das Kanaltal und den Verlauf von Virunum nordwärts über Friesach und durch die Klamm, mit der Straßenstation Noreia.

Wo zunächst nur eine kleine Siedlung bestand, errichtete die 2. Italische Legion (Legio II Italica) um 200 n. Chr. ihr ausgedehntes Legionslager (539 m x 398 m), dessen Graben teilweise noch heute erhalten ist. In der Spätantike war es Sitz des Praefectus legionis secundae Italicae, dem Kommandanten der zweiten italischen Legion, sowie des Praefectus classis Lauriacensis, dem Flottenkommandanten der Donauflotte. Westlich des Lagers entstand eine Zivilsiedlung, die um 212 zum Municipium erhoben wurde. 341 weilte Kaiser Constantius II. in der Stadt.

In Lauriacum wurde der heilige Florian, ein frühchristlicher Märtyrer Österreichs, am 4. Mai 304 in der Enns ertränkt. Unter der Basilika von Lorch konnte bei Grabungen eine frühchristliche Kirche nachgewiesen werden, möglicherweise wurden hier seinerzeit die Reliquien der Gefährten des heiligen Florian verehrt. Die Vita Severini erwähnt einen Bischof Constantius von Lauriacum (einziger namentlich nachgewiesener Bischof der Stadt). 1321 Entdeckung eines Inschriftensteins, 1765 Fund eines römischen Mosaikbodens, seit dem Ende des 19. Jahrhunderts finden Grabungen statt (ausgestellt im "Museum Lauriacum", Enns). Der Name "Lauriacum" stammt aus dem Keltischen, und wurde über "Loriaca" zum heutigen "Lorch".

Basierend auf dem Artikel Lauriacum der freien Enzyklopädie Wikipedia unter der GNU Free Documentation License.
Quelle | Autoren und Artikelversionen