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Deutschland

Bundesrepublik Deutschland

Hauptstadt
Berlin
 
Fläche
357.027 km²
 
Bevölkerung
82.716.000
 
pro km²
232 Einwohner
 
BIP/Einwohner
US-$
 

Datum & Zeit
13.08.2022
01:45
 
 
+
»
 

Geschichte

Die Besiedlung dieser Gegend und somit auch der Gemarkung Lehengericht erfolgte zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert aus östlicher Richtung, da das Gebirge aus dieser Richtung leichter zugänglich war als vom Rhein aus.
Es entstanden einzelne Bauernhöfe mit zum Teil großem Landbesitz.

Zum einen entstanden die Bühlhöfe, die hochwassergeschützt in mäßiger Höhe über dem Tal standen.
Andererseits entstanden Talhöfe, denen dann zum Teil ein ganzes Seitental gehörte.
Sie entstanden an Talanfängen oder an Talgabelungen.
Alte Beispiele sind der Eulersbacher Hof (Yllersbach, 16. Jh.), der Hunselhof (hunsail,16. Jh.).
Mit zunehmender Bevölkerung entstanden dann auch Berghöfe.
Auf der Gemarkung gab es ursprünglich etwa 18 alte Siedlungshöfe.
Durch Hofteilung wurden es mit der Zeit mehr.

Diese Hofgüter wurden wohl spätestens mit Gründung der Burg und Stadt Schiltach der Herrschaft Schiltach unterstellt und die Bauern wurden die Meier der Herrschaft.

Sie mussten also die Höfe verwalten, bewirtschaften, waren aber auch für Abgaben usw. verantwortlich.

Ab 1525 gewannen die Lehensbauern an Bedeutung, sie hatten eigene Vertreter im Stadtgericht (heute Stadtrat) in Schiltach. Zur Unterscheidung zwischen den Räten der Stadt Schiltach und denen der Bauern, nannte man dann die Bauernräte das Lehengericht.

So war es wohl am einfachsten den Namen des Verwaltungsorgans auf die ganze Siedlung zu beziehen, dann wusste man gleich wer gemeint war.

1769 gibt es bereits 31 Hofgüter und einige Taglöhnerhäuser.

Aufgrund von andauernden Streitigkeiten bezüglich der Floßrechte zwischen den Städtern und der Bauern des Lehengerichts, sowie Streitigkeiten wegen der Erhaltungskosten von Straßen etc. in denen sich die Lehengerichter gegenüber den Schiltachern jeweils benachteiligt fühlten, wurde ab 1769 immer wieder für eine Loslösung Lehengerichts von Schiltach plädiert.

1809 Das Organisationsedikt wird erlassen, in dem die Lehengerichter Bürgerschaft die Lostrennung von Schiltach verlangt und bei der Behörde einleitet.

1810 Lehengericht wird von Alt-Württemberg losgetrennt und zusammen mit Schiltach dem Großherzogtum Baden zugeschlagen.
Der Stab Reichenbächle bleibt bei Württemberg und gehört somit zu Lauterbach.

1815 Das Amt Wolfach lässt eine Abstimmung durchführen, bei der sich die Mehrheit aller Schiltacher und Lehengerichter Bürger für eine Trennung der beiden Orte ausspricht.

10. November 1817 Die Trennungsurkunde wird den beiden Gemeinden zur Unterschrift vorgelegt.

31. Januar 1818 Die Trennungsurkunde wird beim Großherzgl. Bad. Innenministerium unterzeichnet.
Lehengericht ist eine selbständige Gemeinde.
Da Schiltach aber von jeher der Mittelpunkt von Lehengericht ist, wurden die Ratssitzungen zunächst im Gasthaus Ochsen in Schiltach abgehalten, später, wie auch heute noch, stand und steht das Lehengerichter Rathaus als einziges in ganz Deutschland auf fremder Gemarkung und zwar mitten in Schiltach gegenüber der evangelischen Stadtkirche.

ab 1803/07 entstehen in Hinter- bzw. Vorderlehengericht Filialschulen, um für die Kinder die langen Schulwege abzukürzen.
1834 Bau einer eigenen Schule in Vorderlehengericht, wenig später in Hinterlehengericht.
Anfang der 1970er Jahre werden die Zwergschulen wieder geschlossen, die Schüler wieder der Schiltacher Schule zugeführt.

1956 Durch Vertrag mit dem württembergischen Lauterbach wird der Stab Reichenbächle mit dem Hunersbach und dem Stammelbach zu Lehengericht eingemeindet.

1973 Mit Wirkung zum 1. Januar 1973 wird der Landkreis Wolfach aufgelöst, Lehengericht eine Gemeinde im Landkreis Rottweil.

1974 Lehengericht wird wieder Stadtteil von Schiltach.

1978 Die Lehengerichter Exklave Sulzbächle wird zur Stadt Wolfach eingemeindet, dafür kommt das gebiet "Vor Heubach" zur Stadt Schiltach.

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