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Schweiz

Hauptstadt
Bern
 
Fläche
41.285 km²
 
Bevölkerung
7.264.000
 
pro km²
176 Einwohner
 
BIP/Einwohner
US-$
 

Datum & Zeit
14.06.2024
10:31
 
 
+
»
 

Geschichte

Das erste mal taucht Madiswil unter dem Namen "Madalestvillare" (dt. "gerodetes Dorf des Madales") in den Schriften des Klosters St. Gallen im Jahre 795 zusammen mit Rohrbach auf. Es handelte sich hierbei um die Schenkung der Dorfkirche von Heribold, der seine Kirche in Madiswil der St. Martinskirche in Rohrbach vermachte. Damit gehören Madiswil neben Rohrbach zu den ältesten Ortschaften des Oberaargaus. Allerdings belegen Funde, dass es im Oberaargau schon sehr viel früher Leben in Form von Kelten und Römern gab. Besonders in Gutenburg werden keltische Wurzeln vermutet.

Wie fossile Funde allerdings belegen, lag Madiswil, wie jedes Gebiet zwischen den Alpen und dem Schwarzwald, einst im Molassemeer. Versteinerte Zähne oder Muscheln aus dieser Zeit finden sich relativ häufig und ohne grössere Anstrengungen. Aus der Zeit des 4. und 5. Jahrhunderts finden sich in Madiswil einige Fliehburgen, die aber nicht mit Sicherheit datiert werden konnte. Eine dieser Fliehburgen befindet sich in der Nähe von dem Bad Bürgisweier.

Die Herrschaft über Madiswil wurde somit geteilt durch geistliche und weltliche Herrscher. Allenvoran die von Grünenberg und das Kloster St. Urban, welches direkt dem Kloster St. Gallen unterstand. Zusammen mit Leimiswil bildete Madiswil ein weltliches und geistliches Gericht. Während des Alten Zürcherkrieges hielten die von Grünenberg treu zu Österreich, so dass Madiswil 1443/44 von Bern belagert, besetzt und einverleibt wurde. Ohne Leimiswil wurde es zunächst zum Destrikt Langenthal geschlagen und später während der Helvetik wurde es dem Oberamt Aarwangen zu geschlagen.

Bemerkenswerd sind ebenfalls die berühmten Wassermatten von Madiswil und Lotzwil. Im 16. Jahrhundert begannen die Mönche von St. Urban das Wasser des Flüsschens Langete zur Bewässerung der Felder zu nutzen.

Ortsteile von Madiswil, die vorher selbstständig waren, wie Gutenburg, tauchten erst sehr viel später zum ersten Mal auf: Gutenburg wurde als Guotenberg erst 1277 erwähnt. In Gutenburg lebten zunächst hauptsächlich Kelten, welche auf dem Turmhubel ihre heilige Stätte besassen.
Politisch ermachtet war Gutenburg erst als es von den Freiherren von Utzingen beherrscht wurden. Ihre Burg, die Gutenburg wurde auf dem Turmhügel erbaut, wo man den Grundriss heute noch erkennen kann. Ab 1300 verwickelte sich das gutenburger Adelsgeschlecht in Streitigkeiten mit dem Kloster Sankt Urban und den Solothurnern, so dass 1370 die Herrschaft an österreichische Herzöge ging. Die Herren von Gutenburg waren nun die von Grünenberger mit Sitz in Melchnau. Da sie wiederum grosse Schulden hatten mussten sie ihre Herrschaften an die damals noch oberaargauische Stadt Burgdorf verkaufen. Damit endete die Herrschaft von Gutenburg endgültig, da die Stadt die Burg zerfallen liess. Der Ruinenturm stand bis 1799 noch in voller Höhe, ehe Burgdorf die Steine an einen Bauern in Kleindietwil, der daraus eine Mühle fertigte. Heute deuten nur noch die Erdwälle auf die einst mächtige Vergangenheit Gutenburgs hin.

Bemerkenswert ist ebenfalls das seit dem 11. Jahrhundert überlieferte "Bad Gutenburg". Ihm wurden Heilkräfte nachgesagt und angbelich sollte es Narben vollständig heilen können. Die Gaststätte "Bad Gutenburg" ist somit eine der ältesten des Kantons Bern. Die Quelle selber und die Heilkräfte, die ihnen nach gesagt wurden blieben bis zum Zweiten Weltkrieg erhalten. Die Kurstätte starb mit dem Versiegen der Quelle, aber die Gaststätte existiert noch heute. Obwohl der Teich, wie auch das Restaurant auf lotzwiler Boden steht, spricht man noch heute vom Bad Gutenburg.

Der Wandel des Dorfnamens lässt sich mit Schriften aus der Vergangengheit am besten dokumentieren: Madalestvilare 796 von Heribold. 1173 Kaiser Friedrich der I sprach von "Madelswile" und Papst Lucius III erwähnte in seinen Schriften 1185 Madelwile. 1194 wurde Madiswil in einer bischöflichen Urkunde von Konstanz als "Madiswilare" erwähnt. Unter bernischer Herrschaft wurde das Dorf Madiswyl genannt und seit der Eindeutschung der Ortsnamen nennt sich das Dorf Madiswil.

Die Gemeinden Madiswil und Gutenburg (BFS-Nr. 0327) haben sich mit Wirkung auf den 1. Januar 2007 zur neuen Gemeinde Madiswil zusammengeschlossen.

Anlässlich der Gemeindeversammlungen vom 7. Juni 2006 haben beide Gemeinden der Fusion zugestimmt. Der Regierungsrat des Kantons Bern beantragte dem Grossen Rat des Kantons Bern am 15. Juni 2006, den Zusammenschluss und die Fusionsverträge zu genehmigen.

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