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Deutschland

Bundesrepublik Deutschland

Hauptstadt
Berlin
 
Fläche
357.027 km²
 
Bevölkerung
82.716.000
 
pro km²
232 Einwohner
 
BIP/Einwohner
US-$
 

Datum & Zeit
09.04.2020
07:04
 
 
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»
 

Geschichte

Schar(hof) wurde im Jahr 764 und damit zwei Jahre vor Mannheim, erstmals im Lorscher Codex erwähnt. Es sollte noch bis in das 16. Jahrhundert Muttergemeinde von Sandhofen bleiben, das 888 erstmals als "Sunthoven" urkundlich genannt wurde. Sie gehörten zunächst zum Kloster Lorsch, bis Pfalzgraf Rudolf die Ortsherrschaft 1300 an das Kloster Schönau veräußerte. Das nördlich gelegene Kirschgartshausen war 1247 vom Hochstift Worms gegründet worden. 1422 kaufte die Kurpfalz den Hof. Ende des 15. Jahrhunderts zählte Sandhofen etwa 240 Einwohner. Mit der Verlegung des Friedhofs wurde Sandhofen 1587 selbständig. Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde der Ort 1621 und 1634 zerstört und die Gemeinde fast komplett entvölkert. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde Sandhofen 1689 nochmals zerstört. Bis 1727 stieg die Einwohnerzahl auf 320. Östlich von Scharhof versuchte die Kurpfalz die Ablagerungen eines ehemaligen Rheinarms als Sand und Torf abzubauen. Daraus bildete sich ab 1786 der Gemarkungsnamen Sandtorf.

Mit dem Ende der Kurpfalz gelangten die Orte zu Beginn des 19. Jahrhunderts an Baden. 1810 wurde das Rathaus in Sandhofen errichtet. 1852 zählte der Ort 1540 Einwohner. Durch die Rheinkorrektur nach den Plänen Tullas entstand 1862 die Friesenheimer Insel. Die vorher zu Bayern gehörende Gemarkung wurde Sandhofen zugeschlagen. Ab 1879 trennte die Riedbahn Sandtorf von den anderen Orten. 1884 siedelte sich die Zellstoff-Fabrik am Altrhein an. 1895 wurde die Friesenheimer Insel an Mannheim abgetreten. 1899 gemeindete Sandhofen den Scharhof ein, wurde aber 1913 selbst von Mannheim eingemeindet. Im Ersten Weltkrieg fielen mehr als 200 Sandhöfer. 1920 wurde die Straßenbahnstrecke zur Zellstofffabrik eröffnet, zwei Jahre später war auch der Ortskern erreicht. 1930 wurden auch Kirschgartshausen und Sandtorf zu Mannheim eingemeindet. Ab 1933 legte der Reichsarbeitsdienst den Bruch westlich der Bahnlinie trocken. 1934-38 entstanden dort mehr als 50 Siedlungshäuser, die den Kern der Blumenau bildeten. Der Name geht zurück auf eine Gärtnerei mit einem Ausflugsrestaurant, das bereits 1911 eröffnet hatte.

Ab 1939 wurde an der Autobahn nach Kaiserslautern gebaut. Nach einem schweren Unglück an der Rheinbrücke wurden die Arbeiten aber zunächst eingestellt und erst nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgenommen. Die Autobahn schneidet seit der Fertigstellung Sandhofen von den anderen vier Orten ab.
1952 wurde die Bundesstraße 44 dem Verkehr übergeben. 1964 konnte die Altrheinbrücke zur Friesenheimer Insel und der Neubau der Sandhofen-Schule eingeweiht werden. 1972 war der Bau eines Kernkraftwerks mit 1.300 MW geplant. Die Planungen wurden 1980 aber wieder aufgegeben. 1988 feierte Sandhofen seine 1100-Jahr-Feier.


Am 16. Mai 1925 wurde der Flughafen Mannheim-Heidelberg-Ludwigshafen eingeweiht, und Mannheim wurde Teil der wichtigen Nord-Süd-Achse der Aero LLoyd. Ende der 1920er Jahre und Anfang der 1930er Jahre verbanden die Flüge Hamburg und Zürich mit Stop-over in Mannheim. Die Badisch-Pfälzische Luftverkehrs AG betrieb die 'Schwarzwaldroute" zwischen Konstanz, über Karlsruhe, Baden Baden und Villingen. Die Schweizer Fluglinie Balair flog zwischen Genf und Amsterdam über Basel, Mannheim, Frankfurt und Essen. 1926 wurde dieses Flugfeld nach Mannheim-Neuostheim, heute Mannheim City-Airport, umgesiedelt.

Nördlich von Sandhofen begann man 1935 mit dem Bau des Fliegerhorstes Sandhofen, welcher 1938 mit dem Namen Fliegerhorst Kaserne eingeweiht wurde. Bei der Einweihung war Herrmann Göring zugegen. Im Februar und März 1937 kamen die ersten Einheiten aus dem Fliegerhorst Staaken mit dem Geschwader JG 134 nach Sandhofen. Im Laufe des Jahres 1937 kam dann ziviles und militärisches Personal von Kassel-Calden, sowie von der Fliegerschule A/B aus Detmold. Zusätzlich wurde hier am 15. März 1937 das Jagdgeschwader 334 aufgestellt, welches aus insgesamt 9 Staffeln und dem Stab bestand. Aus dem JG 334 wurde am 1 Mai 1939 das legendäre II. JG 53 PIK AS Geschwader aufgestellt. Fast täglich übten die Einheiten Luftkämpfe. Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Einheiten auf den Fliegerhorst und eine Flugschule A/B wurde aufgebaut. Dadurch kamen sehr viele verschiedene Flugzeugmuster und Einheiten zum Einsatz. Man war die "Top Gun" der Luftwaffe, in welcher die Piloten den letzten Schliff bekamen bevor sie an die Front mussten. Die bekannten Fliegerasse wie Mölders, Freiherr von Malzahn und Hermann Graf waren hier bei Lehrgängen anzutreffen.

Am 14. August 1944 erfolgte ein großer Angriff auf den Fliegerhorst, welcher grosse Teile der Anlagen auf dem Fliegerhorst zerstörte. 72 amerikanische B-17 Bomber der USAF kamen gegen 12 Uhr Mittags und warfen ihre Bombenlast ab. Augenzeugen berichten von einer Feuersbrunst die mehrere Stunden andauerte. Häftlinge des KZ SS-Sonderlager Hinzert mussten den Fliegerhorst wieder in Stand setzen. Im März 1945 mussten Häftlinge dann mit Blindgängern, die man in ganz Mannheim gesammelt hatte, das ganze Flugfeld und einige Hallen sprengen um es für die Amerikaner unbrauchbar zu machen.

Am 26. März 1945 kamen dann die Amerikaner über den Rhein und besetzten das Gebiet nach einem zweitägigen blutigen Kampf. Die amerikanischen Truppen hatten das Flugfeld innerhalb von 4 Tagen wieder in einen flugbetriebstauglichen Zustand gebracht und gaben ihm den temporären Namen Y-79. Die erste fliegende Einheit war die 358th Tactical Fighter Group, welche mit Mustangs, P-51 und P-38 ausgestattet war. Der erste amerikanische Pilot, der von Y-79 für seine Einheit die Vorhut bildete, war Baron Leo D. Volkmer, ein deutschstämmiger Amerikaner. Bis 1951 war Y-79 eine riesige Zeltstadt die den Süden Deutschlands mit Nachschub versorgte.

Am 11. Mai 1951 wurde aus Y-79 die Coleman Installation, welche aus den Coleman Barracks und dem Coleman Army Airfield bestand. Am 23. Februar 1952 zog dann die 8th Infantry Division mit hunderten von Panzern und einer Stärke von 3500 Mann ein.
In der Folgezeit wurde der Fliegerhorst zur grössten und einzigen Hubschrauberwerft der US Army ausserhalb der USA.
1982 wurde eine riesige Werfthalle errichtet. Die betreute Einheit ist das 502nd Aviation Regiment.
Zu Beginn der 1980er Jahre hatte Coleman mehr Flugbewegungen als irgendein anderes Flugfeld der US Armee in Europa.
In den späten 1980er wurde es dann ruhiger, die Infanterie verließ Coleman und Transporteinheiten der 37th Transportation zogen ein.

Basierend auf dem Artikel Deutschland der freien Enzyklopädie Wikipedia unter der GNU Free Documentation License.
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