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Schweiz

Hauptstadt
Bern
 
Fläche
41.285 km²
 
Bevölkerung
7.264.000
 
pro km²
176 Einwohner
 
BIP/Einwohner
US-$
 

Datum & Zeit
24.01.2020
13:10
 
 
+
»
 

Geschichte

Verschiedene Funde weisen darauf hin, dass die Gegend bereits vor rund 4000 Jahren besiedelt war. Die erste urkundliche Erwähnung von Mumpher erfolgte im Jahr 1218. Der Name lässt auf die lateinischen Worte "ad montem firmum" schliessen, was "beim starken Berg" bedeutet. Die Mumpferfluh war während der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts ein wichtiger Beobachtungspunkt an der Nordgrenze des Imperiums. 1991 gruben Archäologen auf dem Kapf eine mittel- bis spätneolithische befestigte Siedlung aus, die von Gräben und Palisaden umgeben war. Aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts stammen ein Kastell der Römer und ein Soldatengrab.

Die Kirche von Mumpf entstand spätestens im 9. Jahrhundert als Gründung des Stiftes Säckingen. Landesherren waren die Grafen von Homberg-Tierstein, ab 1232 die Habsburger. Diese verpfändeten nach dem Waldshuterkrieg von 1468 das gesamte Fricktal an Burgund. Als die Burgunder von den Eidgenossen während der Burgunderkriege vernichtend geschlagen worden waren, kam Mumpf 1477 wieder unter österreichische Herrschaft. Nach der Reichsreform des österreichischen Kaisers Maximilian I. im Jahr 1491 gehörte Mumpf zu Vorderösterreich und lag in der Landschaft Möhlinbach, einer untergeordneten Verwaltungseinheit der Kameralherrschaft Rheinfelden.

Während des 17. Jahrhunderts gab es kaum längere Friedenszeiten. Im März 1612 fand in Mumpf eine Abgeordnetenversammlung von Untertanen statt, um gegen eine Erhöhung der Umsatzsteuer auf Wein zu protestieren. In der Folge brach der Rappenkrieg aus. Dieser Bauernaufstand, der das Fricktal und angrenzende Gebiete am Hochrhein erschütterte, wurde im September 1614 nach Vermittlung der Eidgenossen beendet. Der Dreissigjährige Krieg, der zwischen 1633 und 1638 auch das Fricktal erfasste, warf das Dorf in seiner wirtschaftlichen Entwicklung zurück. Zweimal wurde das Dorf von durchmarschierenden Truppen geplündert. Auch während des Pfälzer Erbfolgekriegs (1688-1697) zogen fremde Truppen durch die Region.

1797 wurde das Fricktal nach dem Frieden von Campo Formio ein französisches Protektorat. Während des Zweiten Koalitionskriegs verlief hier die Frontlinie zwischen den Armeen Frankreichs und Österreichs. Am 20. Februar 1802 wurde Mumpf eine Gemeinde im Distrikt Rheinfelden des Kantons Fricktal, der sich im August der Helvetischen Republik anschloss. Seit dem 19. Februar 1803 gehört die Gemeinde zum Kanton Aargau.

Während Jahrhunderten lebten die Dorfbewohner von der Landwirtschaft, dem Fischfang und der Flösserei auf dem Rhein. Die Eröffnung der Bözbergeisenbahn am 1. August 1875 änderte vorerst nicht viel daran. Nach dem Bau des Wasserkraftwerks Ryburg-Schwörstadt und dem Aufstauen des Rheins mussten die letzten Fischer und Flösser ihre Tätigkeit aufgeben. Der Schwerpunkt verlagerte sich auf Gewerbe und Dienstleistungen. Zwischen 1970 und 1990 nahm die Bevölkerungszahl um über zehn Prozent ab, seither ist jedoch ein kontinuierliches Wachstum zu verzeichnen.

Basierend auf dem Artikel Mumpf der freien Enzyklopädie Wikipedia unter der GNU Free Documentation License.
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