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Deutschland

Bundesrepublik Deutschland

Hauptstadt
Berlin
 
Fläche
357.027 km²
 
Bevölkerung
82.716.000
 
pro km²
232 Einwohner
 
BIP/Einwohner
US-$
 

Datum & Zeit
19.07.2024
10:34
 
 
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Geschichte

Neunhof wurde anlässlich einer Kirchenweihe als Schenkung des Zehnt „Cemo niuwen houe“ (zum neuen Hof) an das Kollegiatsstift St. Jakob in Bamberg 1109 erstmals urkundlich erwähnt.

Die „villa dicta zum Newenhove“ entstand als neuer Meierhof des Reichsamtes Heroldsberg. 1279 verpfändete König Rudolf I. den Ort (mit Gütern in Günthersbühl, Ober- und Unterschöllenbach, Tauchersreuth und der Gabermühle) an die Herren von Schlüsselberg als Dank für die Waffenhilfe in der Entscheidungsschlacht von Dürnkrut gegen den böhmischen König Ottokar II.

Seitdem war Neunhof Sitz eines Amtes und eines Hochgerichts und stieg zum Zentrum eines Verwaltungsbezirkes für eine Reihe von Orten der Umgebung auf. Nach dem Aussterben der Schlüsselberger belehnte 1347 Kaiser Karl IV. die Nürnberger Burggrafen mit den Rechten „zu den Newenhof“ und an weiteren Orten. Die Burggrafen belehnten 1373 den Nürnberger Reichsschultheißen Heinrich Geuder auf Lebenszeit mit Amt und Gericht Neunhof. 1405 wurde Burggraf Friedrich VI. von König Ruprecht aus dem Reichslehenverband entlassen und verkaufte seinen gesamten Besitz in Neunhof, der damit freies Eigen wurde, an den Nürnberger Bürger Hans Pirckheimer. Die Mendel gelangten auf dem Erbweg an die Güter. 1438/40 wurden sie an die Harsdorf und 1441 bis 1445 an die Geuder verkauft. Im gleichen Jahr erhielt Neunhof das Marktrecht und es ist ein Vogthaus nachweisbar. 1582 wurden die Nürnberger Patrizier Koler durch Heirat Mitbesitzer der Herrschaft Neunhof.

Seit dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges 1618 waren die Geuder zur Aufnahme von Krediten bei den Welsern gezwungen, die weder verzinst noch zurückgezahlt werden konnten. 1660/61 mussten sie ihre Neunhofer Besitzungen an Welser abtreten. 1688 fiel die Kolersche Hälfte von Neunhof nach dem Tod des letzten männlichen Familienmitgliedes Georg Seifried Koler an seine Tochter Helene Juliana Jacobine, die mit Johann Michael Welser verheiratet war.

Neunhof entwickelte sich vor allem im 17. und 18. Jahrhundert zu einem repräsentativen Herrschaftssitz und zum Mittelpunkt eines eigenständigen Territoriums, das zusammen mit Beerbach und Tauchersreuth ein reichsunmittelbares Rittergut bildete. 1806 fiel der „Kleinstaat“ an das Königreich Bayern. Das Königlich-Bayerische Freiherrlich von Welsersche Patrimonialamt Neunhof mit Verwaltungs-, Polizei- und Gerichtsfunktion bestand bis 1848. An die eigenständige Tradition Neunhofs erinnern noch die drei Herrensitze sowie die Johanniskirche mit den Totenschilden und der Grablege der Freiherren von Welser . 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde zur Stadt Lauf an der Pegnitz eingemeindet.

Basierend auf dem Artikel Neunhof (Stadt Lauf) der freien Enzyklopädie Wikipedia unter der GNU Free Documentation License.
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