Flagge von Deutschland

Deutschland

Bundesrepublik Deutschland

Hauptstadt
Berlin
 
Fläche
357.027 km²
 
Bevölkerung
82.716.000
 
pro km²
232 Einwohner
 
BIP/Einwohner
US-$
 

Datum & Zeit
04.03.2021
10:28
 
 
+
»
 

Geschichte

Gemeinsam mit Gundelsheim wurde auch Obergriesheim 767 im Lorscher Codex erwähnt. Das Dorf wurde vermutlich in fränkischer Zeit um das 5. Jahrhundert gegründet. Der erste erwähnte Ortsname war Greozisheim, was auf einen Gründer namens Greozo oder Greocus schließen lässt. Aus dessen Gründung entstanden bis zum hohen Mittelalter die beiden benachbarten Orte Untergriesheim und Obergriesheim. Bis zur Stauferzeit war Obergriesheim ein unabhängiges Reichsdorf. Nach kurz aufeinander folgenden Besitzerwechseln fiel das Dorf 1362 an Kurmainz, das es gemeinsam mit Bachenau 1484 an den Deutschen Orden abtrat, in dem es bis 1806 zur Kommende Horneck gehörte.

Eine erste Kirche wurde 1593 errichtet. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Obergriesheim 1626/27 von der Pest heimgesucht, 1632 von den Schweden und 1634 von den Spaniern. 1643 wurde die Kirche säkularisiert, ihre Glocken wurden 1647 nach Heilbronn verkauft. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts fielen zahlreiche Einwohner dem „hitzigen Fieber“ (Typhus) zum Opfer. 1687 fielen die im Neckartal marodierenden Schweden nach Obergriesheim ein.

In der Zeit politischer Ruhe in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erlebte Obergriesheim eine gewisse Blüte. Zahlreiche Gebäude datieren aus dieser Zeit, darunter auch historische Gaststätten, u. a. Gasthof Traube von 1781 und Gasthof Kreuz von 1792. Nach dem Übergang zum Königreich Württemberg 1806 grassierte abermals das „hitzige Fieber“, zudem waren die Jahre 1816/17 ausgesprochene Hungerjahre. Die ehemalige Kirche wurde zu dieser Zeit nur noch als Magazin gebraucht. 1848 bessert sich die Situation der Landbevölkerung durch den Wegfall des Zehnts. 1866 wurden kurzzeitig preußische Soldaten in Obergriesheim einquartiert.

Der Beginn des 20. Jahrhunderts brachte 1902 die Einweihung eines Kirchenneubaus, 1911 ein Schulhaus und 1912 die Elektrifizierung des Ortes. 1927 wurde die Kanalisation des Ortes angelegt. 1939 wurden 434 Einwohner gezählt, Ende 1945 waren es 503. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl stark an, da über 100 Flüchtlinge und Vertriebene in Obergriesheim eine neue Heimat fanden. Am 1. Januar 1975 erfolgte die Eingemeindung nach Gundelsheim.

Obergriesheim ist bis heute stark landwirtschaftlich geprägt. Von den zahlreichen traditionellen Gasthäusern des Ortes werden nur noch zwei bewirtschaftet. Der Ort weist infrastrukturelle Mängel auf, so gibt es bis auf einen Bäckerladen keine Einkaufsmöglichkeit mehr, und der Ort ist heute überwiegend Wohnort für Pendler der umliegenden Städte und Gemeinden.

Obergriesheim hat ca. 710 Einwohner. Mittelpunkt in der Dorfgemeinschaft ist der ortsansässige „Musik-, Sport- und Gesangsverein Eintracht Obergriesheim“, dessen verschiedene Abteilungen das Obergriesheimer Straßenfest veranstalten.

Basierend auf dem Artikel Obergriesheim der freien Enzyklopädie Wikipedia unter der GNU Free Documentation License.
Quelle | Autoren und Artikelversionen