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Deutschland

Bundesrepublik Deutschland

Hauptstadt
Berlin
 
Fläche
357.027 km²
 
Bevölkerung
82.716.000
 
pro km²
232 Einwohner
 
BIP/Einwohner
US-$
 

Datum & Zeit
25.11.2020
01:23
 
 
+
»
 

Geschichte

Etwa um das Jahr 1000 kamen Siedler auf der Suche nach Land in die waldreiche, hügelige Landschaft, welche die Ausläufer des Steigerwaldes bilden. Sie ließen sich an einem Bach nieder, rodeten Teile des Waldes und machten das Land urbar. Dadurch lässt sich auch der Ortsname erklären: Rodenbach, welcher sich dann im Laufe der Zeit in Röttenbach änderte. Weite Sumpfgebiete, die auf den undurchlässigen Lettenschichten der Keuperstufe ruhten, ließen nur wenig ertragreiche Landwirtschaft zu. Im Laufe der Jahrhunderte kultivierten sie die Sümpfe, es entstanden die vielen Weiherketten, die wie Perlen aneinandergereiht die Wälder aufteilten und von Norden, Osten und Westen dem Dorf Röttenbach zustreben und es zum Teil noch heute durchziehen.

Im 13. Jahrhundert nahm eine Linie der Truchseß von Pommersfelden, sie nannte sich Truchsess von Röttenbach, das Gebiet in Besitz und gründete Röttenbach. Verkaufsurkunden berichten darüber, dass Höfe und Güter an Grundherren aufgeteilt wurden und mehrmals ihre Besitzer wechselten. 1322 ging ein Gutshof an den Abt von Kloster Michaelsberg, 1329 ein anderes an den Amtmann auf der Nürnberger Burg. 1476 veräußerte das Bamberger Kloster seinen Hof an Christof Truchsess in Röttenbach.

Der Haupthof des Ortes, aus dem das spätere Rittergut entstand, ist erstmals 1433 in einem Bamberger Lehenbrief für Peter und Veit Truchsess erwähnt. Auf diesem Hof, heute Brauerei Sauer mit Umgebung, entstand ein Schloss, das mit einem Wassergraben gesichert war. Trotzdem brannten aufständische Bauern im Bauernkrieg 1525 das Schloss nieder. Das Wohnhaus, später aus Sandsteinquadern neu errichtet, blieb bis heute erhalten, ebenso wie ein fein aus Sandstein herausgearbeitetes Wappen aus dem Jahre 1591 an der Südwand der Brauerei. 1610 wurde der Besitz an die mit dem Truchsess verschwägerten Marschälle von Pappenheim verpfändet. Er fiel 1710 an das Hochstift Bamberg. Teile der Güter und der Menschen gehörten der Reichsstadt Nürnberg und den Freiherren Winkler von Mohrenfels (Hemhofen). In der Napoleonischen Zeit wurde Röttenbach 1803 der Krone Preußens zugesprochen, fiel aber schon 1810 wie ganz Franken nur widerwillig an das Königreich Bayern.

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts blieben die meisten Bewohner arm, als Tagelöhner lebten sie von der Hand in den Mund. Dürftiges Zubrot brachte das Sammeln von Pilzen und Beeren, von "Butzeln" (Kiefernzapfen), sowie von Seerosen und Sonnentau. Zusammen mit den selbstgefertigten Reisigbesen brachten die Röttenbacher diese Naturprodukte nach Erlangen und verkauften die Ware dort. Andere fuhren mit der Eisenbahn durch Süddeutschland, in die Schweiz und nach Österreich und vertrieben den für die Region berühmten Kren. Dieser Händlersinn stellte in den schweren Jahren nach dem 2. Weltkrieg die Grundlage für einen ungeahnten wirtschaftlichen Aufstieg dar. Die geduckten Bauernhäuser im fränkischen Fachwerkstil verschwanden Zug um Zug und wurden durch moderne Wohnhäuser ersetzt. Geblieben sind an kunsthistorisch wertvollen Gebäuden nur das barocke Forsthaus mit Fachwerkscheune und -schuppen und das ebenfalls im barocken Stil geschaffene Pfarrhaus.

Im Jahr 1972 kam die Gemeinde Röttenbach im Zuge der Gebietsreform von Oberfranken nach Mittelfranken, dorthin strömten auch die meisten Röttenbacher. Nunmehr zog es in einem Gegenstrom immer mehr Neubürger aus der Metropolregion Nürnberg-Erlangen-Fürth in das damals noch beschauliche Dorf. Röttenbach wuchs und nahm seine heutige Gestalt an.

1980 wurde die kurze Zwangsverwaltungsgemeinschaft mit Hemhofen wieder aufgelöst.

Basierend auf dem Artikel Röttenbach (bei Erlangen) der freien Enzyklopädie Wikipedia unter der GNU Free Documentation License.
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