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Deutschland

Bundesrepublik Deutschland

Hauptstadt
Berlin
 
Fläche
357.027 km²
 
Bevölkerung
82.716.000
 
pro km²
232 Einwohner
 
BIP/Einwohner
US-$
 

Datum & Zeit
28.01.2022
08:56
 
 
+
»
 

Geschichte

Der Ort wurde 874 erstmals urkundlich als „villa Smalcalta“ erwähnt. Um 1180 verliehen die Thüringer Landgrafen dem Ort die Stadtrechte.

Während der Auseinandersetzungen um den Königsthron zwischen dem Staufer Philipp von Schwaben und dem Welfen Otto IV. wurde die Stadt im Jahre 1203 zerstört. Elisabeth von Thüringen verabschiedete sich 1227 in Schmalkalden von ihrem Gatten, Landgraf Ludwig IV. Ein Jahr später erfolgte zur Feier des Sieges Graf Poppos XIII. von Henneberg († 1245) über den Würzburger Bischof Hermann I. von Lobdeburg in Metzels die Gründung des Schmalkalder Nikolausmarktes. 1247 gelangte Schmalkalden durch den thüringisch-hessischen Erbfolgekrieg an das Haus Henneberg.

1335 erhielt Schmalkalden das Stadtrecht von Gelnhausen. Landgraf Heinrich II. von Hessen bestätigte 1360 in einem Brief, dass er gemeinsam mit Elisabeth von Henneberg-Schleusingen Schmalkalden mit Zubehör von Albrecht von Nürnberg gekauft habe. Damit wurde die hennebergisch-hessische Herrschaft über Schmalkalden begründet. Das Rathaus wurde 1419 gebaut, 1437 begann der Bau der Stadtkirche.

Mit dem Tod des hennebergischen Fürstgrafen Georg Ernst im Jahre 1583 starb die hennebergische Erblinie aus. Damit endete die seit 1360 andauernde hennebergisch-hessische Doppelherrschaft. Ab 1584 regierte der hessische Landgraf Wilhelm IV. allein in der Stadt und der Herrschaft Schmalkalden. Von 1585 bis 1590 ließ Landgraf Wilhelm IV. die nach ihm benannte Wilhelmsburg errichten.

Bekannt ist Schmalkalden insbesondere durch den 1531 unter der Mitführung des Landgrafen Philipp des Großmütigen von Hessen während des Konvents in seiner Stadt Schmalkalden geschlossenen Schmalkaldischen Bund, in dem sich die protestantischen Reichsstände zusammenschlossen, nachdem Kaiser Karl V. auf dem Augsburger Reichstag 1530 die Confessio Augustana, d. h. das protestantische Glaubensbekenntnis, ablehnte. In der Zeit des Bestehens des Schmalkaldischen Bundes zwischen 1530 und 1547 fanden in Schmalkalden 7 der insgesamt 26 Bundestagungen statt. 1546/47 gipfelten die Auseinandersetzungen zwischen dem Bund und dem Kaiser im Schmalkaldischen Krieg.
Als Exklave und Mittelpunkt der Herrschaft Schmalkalden gehörte die Stadt Schmalkalden seit 1360, vollständig seit 1584, über etwa 600 Jahre zu Hessen. Mit der Auflösung der Provinz Hessen-Nassau durch die NS-Regierung zum 1. Juli 1944 wurde die Stadt zusammen mit dem Landkreis in den Regierungsbezirk Erfurt eingegliedert, der gleichzeitig der Verwaltung des Reichsstatthalters für Thüringen in Weimar unterstellt wurde und im Jahr 1945 Teil des Landes Thüringen wurde.

Bei Beginn der Zeit des Nationalsozialismus setzte die Verfolgung von Menschen aus politischen, rassistischen und religiösen Gründen ein. Zu den dabei zu Tode Gekommenen gehörten der Gründer und Redakteur der sozialdemokratischen Zeitung Die Volksstimme, Ludwig Pappenheim, der im KZ Börgermoor erschossen wurde. Nach Kriegsende gab sich der Ort Kleinschmalkalden den Namen Pappenheim, aber legte ihn nach 1990 wieder ab, ebenso die Schule von Walperloh, die seit 1987 seinen Namen trug. Der Mitbegründer des KJVD Hermann Danz hatte Kontakte zur Widerstandsgruppe Neubauer-Poser in Jena, wurde aber entdeckt, vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und 1945 in Brandenburg-Görden hingerichtet. Die nach ihm benannte Schule in der Renthofstraße legte 1990 ihren Namen ab, auch eine Gedenktafel an seinem Wohnhaus Klinge 26 wurde entfernt. In der Parkanlage Pfaffenbach erinnert ein Gedenkstein an ihn. Auf dem Friedhof Im Eichelbach erinnern Gedenksteine an beide Widerstandskämpfer. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge in der Judengasse geschändet, Kultgegenstände öffentlich verbrannt und das Gebäude gesprengt. Eine Gedenktafel in der Judengasse 35 erinnert seit 1988 an dieses Geschehen. Die jüdischen und die Familien der Sinti emigrierten oder wurden in die Vernichtungslager des Ostens deportiert. Die Erbgesundheitsgerichte veranlassten die Zwangssterilisation von 272 Personen. Aus der Christlichen Pflegeanstalt Schmalkalden-Aue wurden 113 Personen zur Tötung im Rahmen des Euthanasie-Programms der Aktion T4 vorgesehen. Während des Zweiten Weltkrieges mussten 1.755 Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern Zwangsarbeit verrichten: auf dem 'Friedhof, im Stadtbauamt, im Gaswerk, im Krankenhaus, im Schlachthof, beim Straßenbau, im Forstamt, in der Bohrmühle, bei der Firma Gebrüder Heller, bei der Firma H. A. Erbe und bei der Firma Karl Braun. Insgesamt 74 Frauen, Kinder und Männer wurden Opfer der Zwangsarbeit und auf dem Friedhof Im Eichelbach begraben. 1947 wurde eine Gedenkstätte für Zwangsarbeitsopfer aus der Sowjetunion eingerichtet, die 1999 restauriert wurde.

Das Gebiet Schmalkaldens ist weiterhin Bestandteil der Evangelischen Landeskirche von Kurhessen und Waldeck.

Im Jahr 2004 wurde der Stadt der offizielle Titel einer Hochschulstadt zuerkannt.

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