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Deutschland

Bundesrepublik Deutschland

Hauptstadt
Berlin
 
Fläche
357.027 km²
 
Bevölkerung
82.716.000
 
pro km²
232 Einwohner
 
BIP/Einwohner
US-$
 

Datum & Zeit
31.05.2020
21:22
 
 
+
»
 

Geschichte

Der Name des Ortes leitet sich aus seinem Ursprung her: Der Zimmerhof war ein zwischen Bad Rappenau und Heinsheim liegendes Gehöft, in dem Zimmerleute Balken und Bretter aus dem im umliegenden Wald geschlagenen Holz fertigten. Auf die ebenfalls holzverarbeitenden Köhler gehen die umliegenden Flurnamen Kohlwald, Kohlrain und Kohlplatte sowie der Kohlhof zurück. Aus dem Zimmermannshof entwickelte sich ein Gutshof, und um diesen siedelte sich im Laufe der Zeit Wohnbebauung an.

Älteste Besiedlungsspuren auf dem Gebiet von Zimmerhof stammen aus der Zeit der Römer (1. bis 3. Jahrhundert n. Chr.), von denen die Fundamente einer römischen Villa am Römersee erhalten sind. Wann der heutige Gutshof angelegt wurde, ist unbekannt. Der Hof bzw. der Ort teilt lange Zeit die Geschichte von Heinsheim, befand sich also bereits seit dem 10. Jahrhundert unter Oberhoheit des Bistum Worms. Die erste urkundliche Erwähnung datiert auf das Jahr 1307. Lehnsherren waren vom 12. bis zum 17. Jahrhundert die Herren von Ehrenberg.

Der letzte Ehrenberg, Hans Heinrich von Ehrenberg (1580-1647) tauschte seinen Besitz 1637 mit den am Main gelegenen Ländereien seines Vetters Johann Conrad von Helmstatt. Das Bistum Worms wünschte eine klare Trennung des nun Helmstattschen Privatbesitzes von Wormser Lehensbesitz, was aber nach über 400-jähriger Entwicklung und Durchmengung der Besitzverhältnisse unmöglich war. Ab 1650 befasste sich das kaiserliche Kammergericht mit der Sache und beschied mit dem Ernberger Vertrag von 1655 eine Aufteilung des Zimmerhofs in eine Wormser und eine Helmstätter Hälfte, was 1658 vollzogen wurde.

Das Wormser Hochstift ließ auf seiner Hälfte eine Kellerei eröffnen, die später vom Oberamt Mosbach verwaltet wurde. Auf Wormser Initiative entstand 1772 auch das Gasthaus „Zum Kreuz“, das auch Umspannstation der kaiserlichen Post war. Die Helmstätter Hälfte jedoch gab abermals Anlass zu Streit, da sich die Erben von Johann Conrad von Helmstatt nach dessen Tod im Frühjahr 1677 über 20 Jahre um den Besitzanspruch stritten, worauf die Helmstätter Hinterlassenschaften unter kaiserliche Zwangsverwaltung gestellt wurden.

1805 erwarben die Freiherren von Racknitz den Wormser Teil des Zimmerhofs vom Landgrafen von Hessen, der die Rechtsnachfolge des aufgelösten Hochstifts Worms angetreten hatte. 1806 gelangte Zimmerhof zum damals geschaffenen Großherzogtum Baden.

1882 wurde die Schule des Ortes errichtet. 1935 wurde der Zimmerhof ein Ortsteil der selbstständigen Gemeinde Heinsheim und gehörte zunächst noch zum Landkreis Mosbach. Am 1. April 1950 wurde Zimmerhof nach Bad Rappenau eingemeindet und gelangte damit zum damaligen Landkreis Sinsheim. Seit der Kreisreform von 1971 gehört Bad Rappenau mit seinen Teilorten zum Landkreis Heilbronn.

Das etwa 200 Hektar umfassende Hofgut Zimmerhof ist seit 1865 an die Südzucker AG bzw. deren Vorläufer verpachtet. Seit 1992 wird auf den Flächen auch ein Golfclub betrieben. Die heutigen Gutsgebäude wurden nach einem Brand im 19. Jhd. neu errichtet. Neben dem Golfclub werden sie von einer Künstlergruppe genutzt.

Zimmerhof hatte 1989 nur rund 400 Einwohner. Da in den 1990er Jahren ein großes Neubaugebiet errichtet wurde, hat sich die Einwohnerzahl bis Juni 2004 mit 1896 Einwohnern mehr als vervierfacht. Der Stadtteil hat deswegen inzwischen eine neue Schule. Der Ort hat jedoch keine nennenswerte Infrastruktur und ist überwiegend ein Wohnort für Pendler der umliegenden Städte und Gemeinden.

Basierend auf dem Artikel Zimmerhof der freien Enzyklopädie Wikipedia unter der GNU Free Documentation License.
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