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Bundesrepublik Deutschland

Hauptstadt
Berlin
 
Fläche
357.027 km²
 
Bevölkerung
82.716.000
 
pro km²
232 Einwohner
 
BIP/Einwohner
US-$
 

Datum & Zeit
16.12.2019
09:37
 
 
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Kröpeliner-Tor-Vorstadt

Die Kröpeliner-Tor-Vorstadt (KTV) ist ein Stadtteil von Rostock mit 18.206 Einwohnern (September 2007). Sie befindet sich westlich des mittelalterlichen Stadtkerns am südlichen Ufer der Unterwarnow. Ihren Namen verdankt sie dem Kröpeliner Tor, dem westlichen Haupttor des alten Rostock.

Bis in die fünfziger Jahre des 19. Jahrhunderts gab es westlich des Kröpeliner Tores nur einige Bauerngehöfte und die Windmühlen auf dem Doberaner Berg. Die Straßennamen Windmühlenstraße und Lohmühlenweg erinnern noch daran. Die ersten bürgerlichen Wohnhäuser waren Villen verschiedener Reederfamilien, die vor dem Tor zusammen mit großzügigen Gärten angelegt wurden. Eine erhaltene Villa ist heute Dienstsitz des Generalstaatsanwaltes von Mecklenburg-Vorpommern. Über die ausgedehntesten Gärten verfügte der Besitz der Familie Saniter. An der Doberaner Straße entstanden die Brauerei von Mahn & Ohlerich (1878). Auf dem Doberaner Berg wurden um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert die Frauen-, Augen- und Hals-Nasen-Ohren-Klinik sowie der erste Botanische Garten
der Universität Rostock errichtet.

Für die Arbeiter der aufstrebenden Werftindustrie (Rostocker Actiengesellschaft für Schiffs- und Maschinenbau, Schiffswerft Neptun AG) war neuer Wohnraum notwendig. So entstand im Bereich zwischen Doberaner Straße und Wismarscher Straße ein Arbeiterviertel mit Mietshäusern. Nachdem die Stadt ein Angebot der Familie Saniter, die Gartenanlagen zu einem Volksgarten umzugestalten abgelehnt hatte, wurde auch dieses Gebiet parzelliert und um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert mit einfachen zwei- bis dreistöckigen Mietshäusern bebaut. Kleine Einzelhandelsgeschäfte, Handwerksbetriebe, und Eckkneipen gehörten (und gehören) ebenfalls zum Stadtteil.

Die Verbindung des Stadtzentrums mit der Vorstadt erfolgte über Brücken beim Bussebart und vor dem Kröpeliner Tor, da vor dem Kröpeliner Tor die Senke verlief. Diese war ursprünglich Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung gewesen und von 1890 bis ca. 1945 lagen in ihr die Gleise der Hafenbahn vom Rostocker Hauptbahnhof zum Stadthafen. Nach 1945 wurde die Senke teilweise mit Trümmerschutt aufgefüllt.

Südlich der Vorstadt befindet sich der Alte Friedhof, der heutige Lindenpark.
Westlich wird die KTV durch die Bahnline Rostock–Warnemünde und die Maßmannstraße begrenzt, am nordwestlichen Rand der KTV erstreckt sich das Gelände der ehemaligen Schiffswerft Neptun AG. Ebenfalls zur Kröpeliner-Tor-Vorstadt gehört die ehemalige Kasernenanlage des Großherzoglich-Mecklenburgischen Füsilierregiments Nr. 90 "Kaiser Wilhelm", die heute als Universitätscampus genutzt wird.

Um den Doberaner Platz und den Brink gibt es mehr bürgerlich geprägte Bauten, die Häuser in den planmäßig errichteten Straßenzügen waren eher Mietskasernen für Arbeiter. Diese boten nur einen niedrigen Wohnstandard. Die Toiletten befanden sich im Hof oder bestenfalls im Treppenhaus, die Wohnungen hatten 2 bis 6 Zimmer. Die Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg führte zur Teilung großer Wohnungen, der Wohnkomfort wurde auch dann nicht besser. Erst die Sanierung nach 1990 machte aus der Kröpeliner-Tor-Vorstadt ein attraktives und, besonders bei Studenten, beliebtes Stadtviertel. Die große Anzahl von Kneipen und Cafés begründet den Ruf der KTV als Szeneviertel.

Die Universität hat hier unter anderem ihre Fakultät für Wirtschafts- und
Sozialwissenschaften.

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